Arbeitsmarkt: Copilot bekommt Betriebsrat. Zehn Jahre nach der großen KI-Panik ist klar: Die Arbeit ist nicht verschwunden, sie wurde neu verhandelt. Der neue europäische KI-Tarifrahmen schreibt Mitbestimmung bei Agenten-Systemen, Transparenz über Produktivitätsdaten und ein Recht auf menschliche Entscheidungspausen vor. Severance blieb Serie, nicht Arbeitsrecht.
Gesundheit: Der Tricorder ist da, aber er funkt europäisch. Die EU-Gesundheitscloud startet ihre dritte Ausbaustufe: Diagnostik-KI darf nun grenzüberschreitend helfen, aber nur mit öffentlichen Audit-Modellen und patientenkontrollierten Datenräumen. Star Trek hätte es schneller gelöst, Europa dafür mit Datenschutzfolgeabschätzung.
Bildung: Prompten war gestern. Die Kultusminister:innenkonferenz 2036 ersetzt den alten KI-Kompetenzrahmen durch ein Recht auf algorithmische Allgemeinbildung. Schulen unterrichten jetzt Modellkritik, Datenmacht und Automatisierungsfolgen ab Klasse 5. Der Taschenrechner-Moment ist vorbei, jetzt geht es um digitale Mündigkeit.
Digitale Souveränität: Anschluss gefunden. Nach Jahren der Cloud-Debatten läuft der europäische Public-Stack erstmals in allen Mitgliedstaaten produktiv: Verwaltung, Forschung und Kommunen teilen Rechenkapazitäten, offene Basismodelle und Identitätsdienste. Nicht glamourös, aber anschlussfähig. Manchmal sieht digitale Souveränität eben aus wie ein funktionierender Vergabeprozess.
Ungleichheit: Elysium wurde abgewählt. Der neue KI-Dividendenfonds finanziert Weiterbildung, Pflegeinnovation und kommunale Dateninfrastrukturen aus Abgaben auf hochautomatisierte Plattformgewinne. Die Debatte ist damit nicht beendet, aber verschoben: von “nimmt KI uns die Arbeit?” zu “wem gehört der Produktivitätsgewinn?”. Genau da wollte man auch 2026 eigentlich schon hin. |