Nicht auf das Alter, sondern auf die Kompetenz kommt es an: Der unabhängige Deutsche Ethikrat erteilt einem Social-Media-Verbot für Minderjährige eine klare Absage: Nicht das Alter sei das Problem, sondern die unsichere Gestaltung von sozialen Medien wie Endlos-Feeds und algorithmisch gesteuerte Empfehlungssysteme. Außerdem ließe sich durch das Alter nur eine pauschale Aussage treffen, aber keine Einschätzung der individuellen Kompetenz junger Menschen. Stattdessen würde diesen die digitale Teilhabe entzogen und ihre Medienkompetenz gefährdet. Zudem spricht sich der Rat gegen Verfahren aus, bei denen Daten das Gerät verlassen – was auch die von der EU-Kommission geplante Alterskontroll-App („Mini-Wallet") einschließt. Das 50-seitige Papier ist damit der bislang sorgfältigste deutsche Beitrag zur Debatte – und liefert der Bundesregierung, die ohnehin zunehmend skeptisch wird, wichtige Punkte. netzpolitik.org |