Eine halbe Milliarde später: Limit vergessen, lol Ein KI-Berater erzählt Axios von einem Kunden, der in einem einzigen Monat eine halbe Milliarde Dollar verfeuerte – weil schlicht niemand Nutzungslimits für die Claude-Lizenzen der Belegschaft gesetzt hatte. Token kosten pro Wort, Agenten schlucken Tausende davon, und wenn Mitarbeitende die teure KI nach dem Wetter fragen, läuft der Zähler munter weiter. Die gute Nachricht: Es war angeblich nur ein Monat. golem
Fake News? Strafe muss sein, finden 9 von 10 Laut Bitkom-Umfrage (1.006 Befragte) sind 91 Prozent der Deutschen schon auf Fake News gestoßen, 87 Prozent wollen die wissentliche Verbreitung bestraft sehen, 84 Prozent auch das gezielte Erstellen. Gleichzeitig hat die Hälfte schon mal Unsicheres weitergeleitet – das Strafbedürfnis ist offenbar größer als die eigene Quellenkritik. Was im Ruf nach Strafe untergeht: ein Strafgesetz gegen Desinformation gibt es in Deutschland bislang nicht, und Medienbildung wäre vermutlich die nachhaltigere Antwort. t3n
Hochkant und quer, ganz wie's beliebt: Twitch will künftig denselben Stream gleichzeitig in Hoch- und Querformat ausspielen – je nachdem, wie man das Smartphone hält. Technisch läuft das über Enhanced Broadcasting mit clientseitigem Multi-Encoding, dazu kommen 1.440p (2K) und höhere Bitraten ab Juni für Partner und Affiliates. Spezielle Kameras braucht es nicht zwingend. Der Plattform-Kapitalismus optimiert eben weiter – diesmal für den Daumen am Display. golem
Finanzamt 2.0: Deine Steuerdaten trainieren jetzt mit Mit dem Jahressteuergesetz 2026 will das Bundesfinanzministerium den § 29c der Abgabenordnung so anpassen, dass echte, unveränderte Steuerdaten zum KI-Training genutzt werden dürfen – fiktive Testdaten seien „nicht zielführend". Der Zweckbindungsgrundsatz der DSGVO, der das bislang ausbremste, soll also gelockert werden. Als Trostpflaster: eine Löschfrist von einem Jahr nach Projektende, und die finale Entscheidung soll beim menschlichen Sachbearbeiter bleiben. Gläserne Steuerzahler:innen mit Verfallsdatum, sozusagen. heise (€)
Eigene Regeln? Bleibt beim Blabla: Der zweite Transparenzbericht des Appeals Centre Europe – der DSA-zertifizierten Schlichtungsstelle in Dublin – zerlegt die Moderationspraxis der Plattformen. In 70 Prozent der geprüften Fälle hätte stehengelassene Hassrede gelöscht werden müssen, Spitzenreiter TikTok mit 83 Prozent. Über 24.000 Beschwerden in einem Jahr, rechnerisch alle 22 Minuten eine. Der Haken: Inhalte rücken die Konzerne meist gar nicht raus, und folgen müssen sie den Entscheidungen ohnehin nicht. Denis Glismann berichtet für netzpolitik.org.
Tokenmaxxing ade: Die Rechnung kommt zuverlässig Was bei der 500-Millionen-Meldung exemplarisch durchscheint, beschreibt das Wall Street Journal als Trendwende: Firmen drücken bei KI-Token-Freigaben auf die Bremse – so deutlich, dass es den „Triumphzug" der KI in der Wirtschaft bremsen könnte. Bei Meta lief Anfang April noch ein interner Wettbewerb, wer am meisten Token verbraucht; Uber hatte sein Jahresbudget nach vier Monaten verbrannt. Featherless.ai-CEO Eugene Cheah sieht die nächste Phase im Zeichen der Token-Minimierung – maximaler Verbrauch sei selten ein nachhaltiges Geschäftsmodell. t3n
Der Papst gegen die Verzweckung des Menschen In seiner Enzyklika „Magnifica humanitas" erklärt Leo XIV. den Umgang mit KI zur „sozialen Frage" unserer Zeit – und klingt dabei streckenweise wie progressive Netzpolitik: Kritik an Datenkolonialismus, am Überwachungskapitalismus, ein Plädoyer für Daten als „gemeinsames Gut". Plattformen, die „Schwachstellen ausnutzen", um Aufmerksamkeit zu binden, nennt er Verzweckung des Menschen. Pikant: Bei der Pressekonferenz saß Anthropic-Mitgründer Chris Olah mit am Tisch – die in der Enzyklika benannten Probleme gelten aber für die Technologie pauschal. Felix Neumann ordnet das als Gastbeitrag für netzpolitik.org ein. |