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Der Ticker kommt heute von @Lucas


Der doppelt gesprungene Wildberger, rückwärts

Karsten Wildberger legt im NOZ ein Interview, in dem er ausführlich die Grundlagen seiner Amtshandlungen darlegt und versucht, sich als Visionär der Developer-Exekutive und bürgerlichen Eigenverantwortung zu präsentieren. Zur Montagsausgabe gibt es einige Schmankerl aus dem Interview, angereichert mit Daten, Quellen und Konträrmeinungen. Hier das Originalinterview - geführt von Tobias Schmidt in der NOZ.

Undifferenzierter Alarmismus: Die soziale Transformation, die mit KI einhergehen würde, bringe ein "Heer der Überflüssigen" - dies verneint Wildberger nicht. Als spezifisches Beispiel nennt der gelernte Physiker die Berufsgruppen der Informatiker, Mathematiker und Ähnliche (wenn das nicht mal was Persönliches ist?). Wildberger sieht es als seine Amtsaufgabe, die Bürger auf diese unvermeidliche Veränderung und Vertrocknung des Arbeitsmarktes einzustellen.

Fakt ist, wie weithin bekannt, dass es dem Arbeitsmarkt nicht gut geht und vor allem die Akademiker-Arbeitslosenquote ungewöhnlich stark steigt. Ja, KI verändert den Arbeitsmarkt und Berufsbilder, aber KI ist nicht alleine Schuld. Fakt ist ebenfalls, dass Unternehmen KI dankend als Rechtfertigung für Schrumpfkuren und das Einsparen von Kosten nehmen, ohne Produktivitätszugewinne zu realisieren. 

Das ganz große Geld: KI-Karsten widmet stattdessen lieber mehr Zeit darauf zu erläutern, dass "wir alles tun [müssen], um auch als Gesellschaft von der KI zu profitieren", was für ihn bedeutet, nicht zuzulassen, dass das "große Geld weiterhin fast ausschließlich in den USA und in China gemacht wird". Im nächsten Satz verdeutlicht er, dass dieses große Geld in Form von "sehr hohen Gewinnen [...] auch in Deutschland" erlöst werden kann. Damit die Gesellschaft ihre Verantwortung für sehr hohe Unternehmensgewinne auch anerkennt, wirft Wildberger als Übergangslösung lapidar ein bedingungsloses Grundeinkommen als Übergangslösung in den Ring. 

Viel zu kommentieren habe ich da nicht - nur, dass das Arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft 2025 errechnet hat, dass auch ohne "das große Geld" das KI-Potenzial bis 2034 bei 340 Milliarden Euro liegt und Karsten Wildberger bisher nicht als vehementer Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens galt.

Nicht alles, was KI ist, glänzt: Aber dafür sei die erste Strategie der Bundesregierung zur Ansiedlung von Rechenzentren ganz schnittig geworden. Der Rest sei Einstellung, Eigenverantwortung und Erziehung, dann klappt das mit dem Skalieren und Aufholen – das hätten "die Chinesen" ja schließlich auch bewiesen. Das zu diesem Aufholen von China mehr dazu gehört, wie etwa massive staatliche Investitionsprogramme, moderne Bildung und eine Prise Autoritarismus, kann man da mal unter den Tisch fallen lassen. Oder frei nach Lindner: Mehr Jinping wagen. 

Zum Schluss: "Wir sind aufgewacht. Jetzt müssen wir uns alle weiter zusammenreißen und verhindern, dass wir wieder wegdösen. Denn dann können wir nur in einem Albtraum aufwachen."

Hicks..., da bin ich wohl weggedöst kurz vor Schluss - und hatte einen Albtraum von einem Digitalminister der Tech-Märchen einfach nachbrabbelt. Wovon hat er nochmal geredet? Wer ist nochmal wir?

(Morgen gibt es wieder ein gewohnteres Ticker-Format)


Sharepic mit Personen, die sich unterhalten. Text in lila Schrift vor weißem Hintergrund: Code of Conduct Demokratische KI. Jetzt unterzeichnen und Haltung für verantwortungsvolle KI-Nutzung in der Zivilgesellschaft zeigen!


Termine

  • 23.03-30.04.2026, „KI: Macht, Mythen, Missverständnisse“ , Berlin, 94% Frauen
  • 09.-09.04.2026, CorrelCompact | Diskriminierung durch KI: Wie kommt das und was können wir dagegen tun?, Online, 100% Frauen
  • 10.-12.04.2026, Cables of Resistance - Movements Conference gegen Big Tech, Berlin, Quote nicht ermittelbar
  • 13.-13.04.2026, Reclaim the Cloud! Contesting, Resisting and Reimagining Data Centers, Berlin, 40% Frauen
  • 17.-17.04.2026, Refugees-and-Ai, online, 60% Frauen
  • 20.-20.04.2026, D64-Frühjahrsempfang 2026 am 20. April in Berlin, Berlin, 100% Frauen
  • 21.04.2026, Weizenbaum Report 2026: Politische Partizipation in Deutschland, Berlin, 60% Frauen
  • 22.04.2026, Open Data Barcamp 2026, Hamburg, Quote nicht ermittelbar
  • 24.-24.04.2026, DFA-Kaffeepause #14: Digitale Gerechtigkeit & Code of Conduct Demokratische KI, Online, 100% Frauen
  • 29.04.2026, Unabhängig von Big Tech: So bauen wir unsere eigene Faktencheck-Infrastruktur, Online, 33% Frauen
  • 12.-12.05.2026, Zwischen Schutz, Technik und Freiheit: Die aktuelle europäische Diskussion um Altersverifikation und Social Media, online, 50% Frauen
  • 13.05.2026, Deep Dive: Umfragen richtig konzipieren und durchführen, Online, 67% Frauen

Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in unserer Event-Liste.


Sharepic Frühjahrsempfang 2026 Menschen mit Getränken in der Frühlingsonne


 

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