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Kenntnis, nur wenn nötig

Kenntnis, nur wenn nötig: Der Zoll liest seit August 2025 dauerhaft WhatsApp, Telegram und Signal mit – ganz ohne Staatstrojaner. Die Ermittler:innen klonen schlicht den Account über die Web-Clients der Anbieter: per abgefangener SMS, Phishing oder kurzem Griff zum Handy der Zielperson. Der BGH hat die dafür bemühte Rechtsgrundlage im Januar 2026 gekippt, das Zollkriminalamt stützte sich einen Monat später trotzdem darauf. IT-Strafrechtler Christian Rückert hält die Methode für unzulässig, weil die Anbieter-Tools das komplette Nachrichtenarchiv mitliefern und auch das Versenden von Nachrichten erlauben. Zoll und BKA verweigern jede Auskunft, das Justizministerium findet die Beantwortung unzumutbar aufwendig. Andre Meister für netzpolitik.org

Die Gans, die goldene Eier legt: Statt sich an die EU-Verordnung zu politischer Werbung zu halten, haben Meta und Google Parteienwerbung in Europa gleich ganz verbannt. Erste Bilanz aus den laufenden Landtagswahlkämpfen: Die befürchtete Verarmung der politischen Kommunikation bleibt aus, Budgets wandern zu regionalen Medienhäusern, Plakate und Veranstaltungen sind zurück. Wer aber organische Reichweite will, muss den Algorithmus füttern – und der belohnt Polarisierung. Hauptprofiteurin: die AfD. Ingo Dachwitz kommentiert für netzpolitik.org

Fair use für die Landesverteidigung: Die Trump-Administration mischt sich per „Statement of Interest" in den Urheberrechtsstreit der New York Times gegen OpenAI ein: KI-Training mit geschützten Inhalten sei kein Urheberrechtsverstoß. Begründet wird das mit nationaler Sicherheit – KI brauche man für Geheimdienstanalysen, Waffensysteme und Zielempfehlungen im Gefecht. Es ist das erste Mal, dass sich die US-Regierung in einem der Dutzend KI-Copyright-Verfahren äußert; bindend ist die Erklärung nicht. Das Signal an die Gerichte schon. heise

Skalieren können wir immer noch: Nur 22 Prozent der Organisationen haben KI erfolgreich über mehrere Geschäftsbereiche hinweg skaliert, ergab eine Gartner-Befragung von 1.303 Verantwortlichen. Trotzdem wollen 85 Prozent ihre KI-Ausgaben 2026 weiter erhöhen. Elf Prozent wissen nicht einmal, was sie 2025 dafür ausgegeben haben, und bei den schwächeren Häusern ließ sich für 29 Prozent der Initiativen die Rendite gar nicht beziffern. Hauptsache dabei sein. golem, heise

Bestnote für den Metatext: Osnabrücker Forschende haben die Schul-Korrekturtools FelloFish und Edaira getestet – beide fallen durch. Derselbe Text, zehnmal eingereicht, schwankte in der Bewertung um mehr als eine Schulnote. Ein inhaltsleerer Metatext bekam bei Edaira die Bestnote, besser als jeder echte Testtext; eine Abgabe in Binärcode kassierte bei FelloFish nur leichte Abzüge für die falsche Sprache. Und wer die KI-Formulierungsvorschläge einfach hineinkopiert, wird besser bewertet als wer sie in eigene Worte fasst. Finanziert werden soll das aus dem DigitalPakt 2.0. Esther Menhard im Interview mit Sean Quägwer für netzpolitik.org

Not in my backyard? Doch, gerne: Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland stünde einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv gegenüber, sagt eine Bitkom-Umfrage unter 1.006 Personen. 88 Prozent kritisieren allerdings den Energieverbrauch, 92 Prozent hätten gern besser erklärt, wofür die Anlagen überhaupt gebraucht werden. Zustimmung ja, Blankoscheck nein. heise


Sharepic von D64. Links Porträtfotos von Christian Stuffrein, Marielle Findorf und Michael Kubach vor blauem Hintergrund. Rechts Titel: „Was braucht die EUDI-Wallet für eine erfolgreiche Umsetzung?" Untertitel: „Podiumsdiskussion mit Christian Stuffrein (Deutscher Landkreistag), Marielle Findorf (vzbv) und Michael Kubach (Fraunhofer IAO). 9. September 2026, 19:00 Uhr, Wikimedia Deutschland, Berlin." Blauer Button „Jetzt anmelden!". Unten links D64-Logo mit Claim „Zentrum für Digitalen Fortschritt". Unten rechts Bildnachweis „Bilder: Studio Monbijou, vzbv, Privat".


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Termine

  • 03.09.2026, NEGZ-Herbsttagung 2026, Wildau (bei Berlin), 32% Frauen
  • 03.-06.09.2026, do.IT.local Barcamp, Mechow, Quote nicht ermittelbar
  • 09.09.2026, Internet Governance Forum Deutschland 2026: Freiheit und Verantwortung in einer vernetzten Welt“, Berlin, 29% Frauen
  • 09.-09.09.2026, 26. Int. Literaturfestival – Think Big! Tech Bros und KI-Revolution, Berlin, 67% Frauen
  • 10.-13.09.2026, Ars Electronica Festival, Linz, Österreich, Quote nicht ermittelbar
  • 11.-13.09.2026, 3. Berliner Fediday, Berlin, 30% Frauen
  • 15.-17.09.2026, ConsulCon26, München, 58% Frauen
  • 16.-16.09.2026, Keine Macht für KI mand!? – Ein Workshop zu generativer KI, Demokratie, Macht und Verantwortung, Berlin, 100% Frauen
  • 17.09.2026, Öffentlichkeitsarbeit im Mentoring stärken: KI-gestützte Kommunikation zur Sichtbarkeit von Patenschaftsprojekten, München, 100% Frauen
  • 17.-17.09.2026, Beyond Technology: AI & Data for the Common Good, Berlin, 67% Frauen
  • 18.-20.09.2026, Datenspuren, Dresden, Quote nicht ermittelbar
  • 18.-18.09.2026, Das Informationsfreiheitsgesetz als demokratisches Kontrollrecht – Erfolge, Bedrohungen und Perspektiven, berlin, Quote nicht ermittelbar

Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in unserer Event-Liste.


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