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Der Ticker kommt heute von Merle


Ein Ticker zum Schulden machen beim Phrasenschwein

Der Schein trügt und hat jetzt 290.000 neue Follower:innen
Instagram hat ein Problem: KI-generierte Profile. Eigentlich sollten solche Profile jetzt schon gelabelt werden, nur halten sich da nicht alle dran. Jetzt reagiert die Plattform und benennt das "AI creator"-Label um in "AI-generated profile" – als ob die Umbenennung das Problem löst. Wer seinen Fake-Menschen nicht ordentlich markiert, soll künftig mit weniger Reichweite gedrosselt werden. Der Anlass reicht von absurd bis besorgniserregend: KI-generierte Influencer werben auf Instagram für die schwule Dating-App Goose (es bleibt fraglich, ob auf der eigentlichen App echte menschliche User unterwegs sind), erfundene Ärzt:innen verbreiten "Gesundheitstipps", mit dem Ziel des Verkaufs von Supplements… mal sehen wieviel Sein das neue Label retten kann.

techcrunch (En)

Wer im Glashaus sitzt, hat transparente Schnittstellen
Am Wochenende ist ein Jahrzehnt PC-Spielgeschichte aus Valves altem Steam2-System ins Netz geströmt: 12 Terabyte an Spielversionen, Entwicklungsdateien und unveröffentlichten Betaversionen von 2003 bis 2013 – darunter Half-Life, Portal, GTA 5 und Batman: Arkham Asylum. Dahinter steckt allerdings kein ausgetüfftelter Hack, sondern eine öffentlich erreichbare Schnittstelle, über die sich die Daten "ohne Weiteres" herunterladen ließen. Spielehistoriker:innen jubeln, die Community baut fleißig Suchwerkzeuge, um sich durch die über 10.000 Datenpakete zu wühlen. Der Leak dürfte ähnlich bedeutsam werden wie Nintendos "Gigaleak" von 2020 – nur dass man sich bei Valve eher fragt: Hat da einfach ein Jahrzehnt lang niemand das Schloss geprüft?

heise

Neue Besen kehren gut: DSA Kehrwoche
Die EU-Kommission hat ChatGPT, Reddit und Roblox zu "sehr großen Onlinediensten" erklärt und damit fallen alle drei unter die schärferen Auflagen des Digital Service Acts. ChatGPT gilt mit 159,1 Millionen aktiven EU-Nutzer:innen als "sehr große Online-Suchmaschine", obwohl es streng genommen keine ist, sondern ein "hybrider Dienst", der bei Bedarf auf Websuchen zurückgreift. Reddit (57,2 Millionen) und Roblox (46,6 Millionen, knapp über dem Schwellenwert) werden als "sehr große Onlineplattformen" eingestuft. Alle drei haben jetzt vier Monate Zeit, Risikobewertungen zu veröffentlichen und die DSA-Auflagen zu erfüllen.

golem

Kontrolle ist gut, Barrierefreiheit ist besser
7 Millionen Meta-KI-Brillen sind verkauft, einige an solche, die heimlich filmen wollen. Für blinde und sehbehinderte Menschen könnte die Brille den Alltag erleichtern: Umgebung beschreiben lassen, Texte vorlesen, zur Treppe navigieren und das alles ohne Smartphone in der Hand, während man noch Stock und Tasche trägt. Meta spendiert jetzt 15.000 Brillen an Sehbehinderte in Irland, ein kleiner Tropfen auf den kochend heißen Imagestein. Christiane Möller vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband bringt es auf den Punkt: "Meta hat kein Blinden-Hilfsmittel entwickelt." Das Dilemma ist real: Mehr Teilhabe erkauft man sich als User:in auch immer mit den eigenen Daten, und die "Spannerbrille"-Debatte könnte am Ende diejenigen stigmatisieren, die das Gerät als Hilfsmittel brauchen. Möllers Forderung: nicht die Technik verbieten, sondern den Missbrauch bekämpfen. Und endlich dafür sorgen, dass Barrierefreiheit bei allen Anbietern Standard wird, damit Betroffene echte Wahlfreiheit haben.

netzpolitik

Hochmut kommt vor dem Börsengang
Sony Music und Warner Chappell verklagen Anthropic auf Milliardensummen: Das Unternehmen soll Zehntausende urheberrechtlich geschützter Songs für sein KI-Training heruntergeladen haben, ohne dabei die Rechteinhaber:innen zu entlohnen. In der Klageschrift werden CEO Dario Amodei und Mitgründer Benjamin Mann direkt ins Visier genommen. Ihnen wird vorgeworfen mindestens 7 Millionen Bücher von Piratenseiten geladen zu haben, inklusive Liedtexten und Noten. Besonders dreist: Anthropic soll bei der Verarbeitung identifizierende Informationen aus den Songs entfernt haben, um den Urheber:innen die Zuordnung zu erschweren. Es drohen bis zu 150.000 Dollar Strafe pro Werk, bei insgesamt 20.000 involvierten Werken dürfte das eine hübsche Summe werden. Die Ironie: Anthropic bereitet gerade einen Börsengang vor, der das Unternehmen auf 2 Billionen Dollar bewerten könnte; weit ausreichend, um die Rechteinhaber:innen zu bezahlen, aber offenbar nicht genug Motivation, es vorher zu tun.

The Guardian (En)


Sharepic von D64. Links Porträtfotos von Christian Stuffrein, Marielle Findorf und Michael Kubach vor blauem Hintergrund. Rechts Titel: „Was braucht die EUDI-Wallet für eine erfolgreiche Umsetzung?" Untertitel: „Podiumsdiskussion mit Christian Stuffrein (Deutscher Landkreistag), Marielle Findorf (vzbv) und Michael Kubach (Fraunhofer IAO). 9. September 2026, 19:00 Uhr, Wikimedia Deutschland, Berlin." Blauer Button „Jetzt anmelden!". Unten links D64-Logo mit Claim „Zentrum für Digitalen Fortschritt". Unten rechts Bildnachweis „Bilder: Studio Monbijou, vzbv, Privat".


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Termine

  • 03.09.2026, NEGZ-Herbsttagung 2026, Wildau (bei Berlin), 32% Frauen
  • 03.-06.09.2026, do.IT.local Barcamp, Mechow, Quote nicht ermittelbar
  • 09.09.2026, Internet Governance Forum Deutschland 2026: Freiheit und Verantwortung in einer vernetzten Welt“, Berlin, 29% Frauen
  • 09.-09.09.2026, 26. Int. Literaturfestival – Think Big! Tech Bros und KI-Revolution, Berlin, 67% Frauen
  • 10.-13.09.2026, Ars Electronica Festival, Linz, Österreich, Quote nicht ermittelbar
  • 11.-13.09.2026, 3. Berliner Fediday, Berlin, 30% Frauen
  • 15.-17.09.2026, ConsulCon26, München, 58% Frauen
  • 16.-16.09.2026, Keine Macht für KI mand!? – Ein Workshop zu generativer KI, Demokratie, Macht und Verantwortung, Berlin, 100% Frauen
  • 17.09.2026, Öffentlichkeitsarbeit im Mentoring stärken: KI-gestützte Kommunikation zur Sichtbarkeit von Patenschaftsprojekten, München, 100% Frauen
  • 17.-17.09.2026, Beyond Technology: AI & Data for the Common Good, Berlin, 67% Frauen
  • 18.-20.09.2026, Datenspuren, Dresden, Quote nicht ermittelbar
  • 18.-18.09.2026, Das Informationsfreiheitsgesetz als demokratisches Kontrollrecht – Erfolge, Bedrohungen und Perspektiven, berlin, Quote nicht ermittelbar

Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in unserer Event-Liste.


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