Der D64-Ticker liefert den digitalpolitischen Überblick. Täglich. Im Browser ansehen.

Der Ticker kommt heute von @pavelrichter.de


...and the very next day, I will be away...

Heute ist es so weit - dies ist mein letzter Ticker. Seit März 2022 habe ich im Wechsel mit dem wunderbaren Ticker-Team von D64 zahllose News-Seiten gesichtet, ausgewählt, gewichtet und dann das wichtigste, witzigste und seltsamste, was "im Netz" passiert ist, morgens um 6:15 an Euch geschickt.

Das macht wirklich Spaß, man bekommt tolle Unterstützung durch das Ticker-Team und die Geschäftsstelle des Vereins. Dabei ist man völlig frei in der Auswahl der News - es gibt einen Feedly-Stream und ein Board mit Input, aber man kann natürlich auch selbst recherchieren und zusammenstellen. Der Arbeitsaufwand ist sehr überschaubar - ein schneller Ticker geht auch schon mal in 5 Minuten, ein gut kuratierter kann vielleicht so 30 bis 45 Minuten dauern. Und das Ganze an zwei oder drei Tagen im Monat. Wer sich dafür interessiert, einfach an newsletter@d-64.org schreiben und die Kolleg:innen dort werden sich umgehend melden.

Denn, um es mit meiner Lieblingssendung "The West Wing" zu sagen:

Ticker are made by those who show up!

Weihnachten ist vorbei und viele neue Geräte lagen unter zahllosen Bäumen rum. Wer sie einrichtet, stellt oft überrascht fest, dass man seinen Namen oder sein Geschlecht oder so etwas angeben muss, nur um die Heißluftfriseuse oder den Herd zu bedienen. Oder man kann auch einfachste Dinge wie Licht anschalten plötzlich nur noch über eine App machen. Mit dieser Form der Datenverschwendung (Antonym zur Datensparsamkeit) beschäftigt sich Jan Mahn bei heise.de (Frust in der digitalen Küche - Der smarte Backofen macht Probleme); und weil ich im Ticker immer auch gerne die internationale Perspektive zu Wort kommen lasse, hier auch noch der Hinweis auf einen Bericht von Karl Bode, direkt from the kitchen-surveillance-state dept für Techdirt aufgeschrieben.

Hybride Kriegsführung könnte es zum Wort des Jahres schaffen, wenn man sich die diversen Attacken auf kritische Infrastruktur auch bei uns so anschaut. Auch in diesen Tagen wurde mal wieder ein Unterseekabel durchtrennt, als zufällig gerade ein russischer Öltanker in der Gegend war. Die Hintergründe dazu finden sich (wie immer zuverlässig und knapp) auf Heise.de. Dass es da unten im Meer nicht nur langweilige, aber superwichtige Kabel gibt, sondern auch eine unglaublich faszinierende (und fragile) Natur, daran erinnert uns Mark Kaufman drüben bei Mashable: The deep sea footage scientists filmed in 2024 is jaw-dropping - "It was just one thing after another."

Ich bin ja im Herzen Wikipedianer - seit 2004 schreibe ich als "Schreibvieh" dort mit, einige Jahre habe ich für den Förderverein Wikimedia Deutschland gearbeitet, und ein Buch habe ich auch zum Thema geschrieben. Dabei sehe ich durchaus auch die Schattenseiten des Projekts - eine zum Teil unterirdische Diskussionskultur, hohe Hürden für Neueinsteiger:innen, einen gewissen Linksdrall, besonders in gesellschaftlichen Themengebieten, und noch vieles mehr. Aber Wikipedia ist dennoch von zentraler Bedeutung für ein freies und offenes Netz und damit für eine freie und offene Gesellschaft. "Wikipedia is where facts go to live" hat Craig Newmark einmal getwittert, und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat den seltsamen Charakter dieses Projekts mal so zusammengefasst: "Wikipedia funktioniert nicht in der Theorie, sondern nur in der Praxis". Da wird es bestimmt niemanden überraschen, dass Elon Musk (wieder einmal) gegen Wikipedia schießt - es muss sooo frustrierend sein für den reichsten Menschen der Welt, dass er Wikipedia nicht kaufen kann - nicht die Webseite, und schon gar nicht die Community aus Ehrenamtlichen, die dieses Projekt trägt. Dass es hierbei nicht nur um Wikipedia geht, sondern auch um das Fediversum, darauf macht Michael Blume drüben bei Spektrum.de aufmerksam.
(Dass ich jetzt nicht zu Spenden für Wikipedia aufrufe, hat andere Gründe - wenn Ihr noch etwas unterstützen könnt und möchtet, was für ein Freies und Offenes Internet wichtig ist, dann gebt Euer Geld an Netzpolitik.org)

Wir haben als Menschen ja die Tendenz, schlechte Nachrichten überzubewerten, und gute Nachrichten schnell auszublenden. Da mag es zum Jahresende tröstlich sein, auf neun Dinge zurückzuschauen, die 2024 toll gewesen sind. Bryan Walsh schreibt über ein vielversprechendes Medikament gegen Schizophrenie, über Verkehrsberuhigung in New York City, AI, die Gutes tut, und noch viel mehr, alles zu finden bei Vox.
Aber damit wir nicht zu nostalgisch werden, zum Abschluss ein Ausblick auf das, was netzpolitisch in 2025 wichtig wird, aufgeschrieben von Anna Biselli und Maximilian Henning drüben bei Netzpolitik.org.


Gruppenbild von Teilnehmenden. Text: Neuer Vorstand, neue Ideen: Das war unsere Superklausur 2024! Bericht


Termine

  • 14.-14.01.2025, Weizenbaum-Forum: Collectivize the Internet!, Berlin, Quote nicht ermittelbar
  • 16.01.2025, SPD Forum Netzpolitik: Zukunft der europäischen Digitalpolitik – Die digitale Agenda der neuen EU-Kommission, Online, 50% Frauen
  • 22.01.2025, Meinungsbildung vor der Bundestagswahl, Berlin, Quote nicht ermittelbar
  • 23.01.2025, Desinformation und resiliente Demokratie: Herausforderungen für die Berichterstattung zur Bundestagswahl, Publix, Berlin , 67% Frauen
  • 24.01-11.04.2025, Daten verstehen und nutzen: Der Grundkurs für zivilgesellschaftliche Organisationen, Online, 100% Frauen
  • 24.01-11.04.2025, R Lernen - Der Datenkurs von und für die Zivilgesellschaft, Online, 50% Frauen
  • 27.01.2025, CorrelCompact: Diskriminierung durch Daten und Algorithmen, Online, 100% Frauen
  • 04.02.2025, CorrelAid Community Workshop: Git und Github für Anfänger*innen, Online, 100% Frauen
  • 11.-11.02.2025, Weizenbaum-Forum: Bundestagswahl 2025 - Herausforderungen in der digitalisierten Öffentlichkeit, Weizenbaum-Institut, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin, 50% Frauen
  • 12.02.2025, CorrelCompact: Der EU AI Act - Einführung und Einordnung (online / de), Online, 100% Frauen
  • 13.02.2025, Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp, Berlin, Quote nicht ermittelbar
  • 24.-27.02.2025, RightsCon25, online/Taipei , 53% Frauen

Hinweis: Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in unserer Event-Liste.


Als gesellschaftliche Vorbilder müssen zivilgesellschaftliche Organisationen sicherstellen, dass KI-Anwendungen menschliche Freiheiten und Grundrechte fördern und nicht einschränken. Monika Ilves, Mitglied des Vorstands bei D64


 

Ticker-URL zum Teilen

https://kontakt.d-64.org/civicrm/mailing/view/?id=e37a153c311482ea

 

 

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Dieser Ticker wurde komplett ehrenamtlich von @pavelrichter.de erstellt und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung des Vereins wider.

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