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Heute kommt der Ticker von
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lino
Extrablatt:
VDS & Überwachung
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D64 stellt sich in der SPD-internen Debatte um die VDS hinter Justizminister Maaß
D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. hält die jüngsten Äußerungen des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) für völlig überflüssig.
Nico Lumma, Co-Vorsitzender von D64 dazu: "SPD-Chef Sigmar Gabriel muss endlich seinen inneren Noske überwinden und nicht weiter den sicherheitspolitischen Hardlinern von CDU/CSU und Polizei nach dem Mund reden! Die Grundwerte der SPD sind nicht Sicherheit, Überwachung und Kontrolle, sondern Freiheit, Gleichheit und Solidarität! Justizminister Heiko Maas (SPD) darf nicht weiter von seinem Parteichef demontiert werden!"
Die VDS ist vollkommen ungeeignet, terroristische Anschläge zu verhindern. Die schrecklichen Attentate von Paris haben das auf tragische Weise erneut gezeigt. Bereits im Jahr 2006 führte Frankreich eine 12 monatige Speicherpflicht im Rahmen der Terrorismusbekämpfung ein. Die Tatverdächtigen standen über mehrere Monate unter Beobachtung, ohne das Hinweise auf die Tat erkannt wurden.
"Die Freiheitsrechte von 80 Millionen Menschen dürfen nicht in Panik einem gescheiterten und vollkommen ungeeigneten Instrument geopfert werden, das zudem vom europäischen Gerichtshof bereits vollkommen zu Recht kassiert wurde", so Lumma weiter. "Eine personelle Stärkung der Polizei und der Sicherheitsbehörden einerseits sowie das konsequente Nutzen der bisher verfügbaren Maßnahmen andererseits macht viel mehr Sinn als die Überwachung aller Bürger eines Landes!"
Zur Pressemitteilung
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Der Ticker
Wie GCHQ Belgacom hackte:
Der britische Geheimdienst GCHQ hat den größten Provider Belgiens gehackt. (Wir berichteten) Die Hintergründe sind nun von The Intercept eindrucksvoll aufgearbeitet worden. Sehr Lesenswert! Es wird vor allem deutlich, wie gefährlich die "Aufklärungsarbeit" der Dienste für die Telekommunikationsinfrastruktur sein kann und wie rücksichtslos die Dienste agieren.
firstlook.org
Civil Forfeiture nun schwerer:
Aufmerksame Leser*innen werden sich erinnern: Civil Forfeiture ist eine Methode mit der in den USA Polizeibehörden mit Verbrechen in Zusammenhang stehende Dinge beschlagnahmen können. Die Erlöse aus der Beschlagnahme werden dann zwischen der Polizeibehörde und anderen Behörden aufgeteilt. Resultat: Durch gezielte Beschlagnahmung (Da gibt es was zu holen, finden wir ein Verbrechen um die Beschlagnahmung zu begründen) haben einige Polizeibehörden
ihre Budgets saniert
. Denn die angewandten Bundesgesetze benötigten keinen Beweis eines Verbrechens um die Beschlagnahme zu begründen. Es gab sogar Schulungen, wie Polizeidienststellen ihre Kassen füllen können. Jetzt hat Eric Holder das Programm beendet. Eine gute Entscheidung.
washingtonpost.com
Massenhafte Handybeschlagnahmung in Leipzig
: Nach einer spontanen (also unangemeldeten) Demo hat die Leipziger Polizei im großen Stil Mobiltelefone beschlagnahmt um "Beweise zu sichern". Begründung der Polizei ist die ausufernde Gewalt bei der Demo, ein paar Schaufensterscheiben sind zu Bruch gegangen. Money Quote eines Polizisten: "Wir lassen uns das nicht bieten und werden mit aller Konsequenz reagieren". Problem: Es ist unklar, ob es überhaupt eine rechtliche Grundlage für die Beschlagnahme gibt. Falls nicht, kann man nur hoffen, dass die Eigentümer der Mobiltelefone sich das genausowenig bieten lassen und ebenso mit aller - rechtsstaatlicher - Konsequenz reagieren. Ebenso unklar ist, was mit den Telefonen nun passiert. Es ist davon auszugehen, dass die Polizei die Telefone mit aller Macht bearbeitet um Informationen über die linke Szene zu erfahren - und um die Forensiktools zum Brechen von Telefoncrypto auszuprobieren. Denn die Grundverschlüsselung gehört in der linken Szene mittlerweile zum guten Ton.
netzpolitik.org
Türkischer Geheimdienst liefert Waffen - vielleicht an al-Kaida
: In der Türkei sind Dokumente aufgetaucht, die eine Waffenlieferung des Geheimdienstes nach Syrien, möglicherweise an al-Kaida, suggerieren. Die Reaktion des Staates? Netzzensur.
al-monitor.com
USA sammelt schon seit den 90ern Telefon-Metadaten
: Das US Justice Department hat über Jahre ein- und ausgehende Telefonate in bestimmte Länder von Interesse (z.B. Iran) protokolliert. Das Ganze ist ans Licht gekommen wegen einer Aussage eines DEA Agenten vor Gericht. Das Programm wurde zufälligerweise 2013 eingestellt und seitdem wurde die Datenbank auch nicht mehr durchsucht. (Was mit Kopien der Daten passiert ist, ist unklar.) Außerdem sammelt die DEA nun keine Telefondaten mehr. (Das übernimmt wohl eine andere Behörde) Zur Erinnerung: Weil die Verwendung illegal erlangter Beweise in den USA nicht rechtens ist - und um die Überwachungsprogramme geheim zu halten -
konstruieren die Behörden seit langer Zeit parallele Beweisketten
neben den illegal erlangten Beweisen um Gerichtsfestigkeit herzustellen.
wsj.com (paywall)
Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo
: Als Reaktion auf einen Anschlag auf die Pressefreiheit die Beschneidung von Bürgerrechten zu fordern ist falsch. Auch das Verlangen nach mehr staatlicher Kontrolle ist fehl am Platz. Wir haben kein Terrorismusproblem, wir haben ein Geheimdienstproblem.
freitag.de
Vertrauen Sie dem westlichen Überwachungsstaat, er ist perfekt
: Schlechte Nachrichten: Psychologen haben herausgefunden, dass es erschreckend einfach ist, falsche Erinnerungen an begangene Verbrechen in den Köpfen anderer Menschen zu platzieren. Also: Ein Unschuldiger Mensch wird für drei Stunden verhört und glaubt hinterher ein Verbrechen begangen zu haben.
psychologicalscience.com
CIA entlastet CIA
: Die CIA hat Senatsmitarbeiter*innen abgehört, die die CIA und ihre Folterpraxis untersuchten. Aber wie nun festgestellt wurde (wir berichteten) war das alles nur ein Versehen und die CIA wurde reingewaschen. Jetzt hat jemand die Frage gestellt, wer eigentlich festgestellt hat, dass es sich um ein Versehen gehandelt hat. Wenig überraschend: Das Accountability Board welches sein Urteil über die möglicherweise illegale CIA Spionage fällen musste war zu 60% mit CIA Mitarbeiter*innen besetzt.
arstechnica.com
Washington D.C. Library macht anti-NSA Schulung
: Eine Bibliothek schult Bürger*innen wie sie die Geheimdienste und deren Überwachung vermeiden können. Wem das komisch vorkommt muss gesagt werden, dass die amerikanische Bibliotheksszene seit der Einführung des USA PATRIOT Act gar nicht mehr gut auf die Regierung zu sprechen ist. Bibliotheken haben seitdem die Pflicht Auskunft über die Lesegewohnheiten
verdächtiger
Personen zu erteilen. Bibliothekare sind - Vorurteilen zufolge - eher intelligente Menschen und interessieren sich für Freiheit, das ist keine gute Kombination. Mit Sicherheit auch ein gutes Modell für Deutschland.
motherboard.vice.com
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Stellenmarkt
Betahaus Hamburg sucht neuen Geschäftsführer:
Das Betahaus Hamburg bietet eine recht einmalige Atmosphäre und war auch schon Austragungsort von D64-Veranstaltungen. Jetzt sucht es einen neuen Geschäftsführer. Ehrensache, diesen Aufruf auch hier zu verbreiten.
hamburg.betahaus.de
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Wettbewerbe
Coder! Projekte! Start-ups! Reihenweise stehen Euch derzeit Wettbewerbe offen, bei denen Ihr Eure Ideen, Produkte oder Initiativen anmelden könnt! Keine Scheu, einfach mal hinschicken!
Medien und Kreativwirtschaft NRW:
Dieses Internet, das bringt uns doch alle auf Ideen, da geht alles, da geht einiges, wir brauchen nur ein bisschen Hilfe. Die könnt Ihr kriegen, bewerbt Euch bis 21. Januar mit Euren zukunftsfähigen Geschäftsmodellen oder Low-Tech- und Social Innovations, die den Nährboden für weitere marktfähige Innovationen schaffen können.
leitmarktagentur.nrw.de
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Termine
D64 Veranstaltungsreihe
Prinzip Freiheit auch in der digitalen Welt
Wir freuen uns unsere Veranstaltungsreihe hochkaratig besetzt fortführen zu können. Um eine Anmeldung per Facebook-Event oder e-Mail wird gebeten.
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Die abgehörte Republik. Der NSA-Skandal und seine Folgen,
22. Januar, Heidelberg
, 0% Frauen, 100% (nämlich zwei) Männer
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Das Recht, vergessen zu werden, Informationsfreiheit und Datenschutz
, 27. Januar, Berlin,
33% Frauen, 67% Männer
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Kongress "Fortschritt gestalten"
(PDF), 22. Januar, Köln,
29% Frauen, 71% Männer
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Richtungsweiser Bildung
, 30. Januar, Berlin,
50% Frauen, 50% Männer
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Big Data Summit,
25. Februar, Hanau,
11% Frauen, 89% Männer
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Arbeitskonferenz "Digitalisierung des Alltags" der deutschen Gesellschaft für Volkskunde
, 19. - 21. Februar, Frankfurt am Main,
42% Frauen, 58% Männer
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d3con – Data Driven Display Advertising Conference
, 10. März, Hamburg,
12% Frauen, 88% Männer
Hinweis:
Wir haben die Quoten von Speakerinnen und Speakern der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstalter*innen veröffentlichten Programme oder Speaker*innen-Listen.
Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet
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