Der D64-Ticker liefert den netzpolitischen Überblick. Täglich.
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Heute kommt der Ticker von @sarinabeta und @lino

#bndleaks – im wahrsten Sinne des Hashtags

Dem BND steht das Wasser bis zum Hals: Die zukünftige Bundesnachrichtendienstzentrale an der Chausseestraße in Berlin gilt als eine der sichersten Baustellen in Deutschland. Dennoch haben es »Metalldiebe« geschafft, eine unbekannte Anzahl an Wasserhähnen (Geheimsache!) in den oberen Stockwerken des Gebäudes zu entwenden. Wenngleich die Gebäudebewachung versagte, die Wasserversorgung leistete Dienst nach Vorschrift. Große Mengen Wasser (wieviel genau ist Geheimsache!) zerstörten wohl eine ganze Menge Inventar. Was genau zerstört wurde ist unklar, denn: Geheimsache! Für den Geheimdienst eine schlimme Sache. Nicht etwa wegen des finanziellen Schadens – schließlich ist es kein Problem als Geheimdienst die geheimen Budgets aus geheimen Gründen um eine geheime Summe in geheimen Abständen aufstocken zu lassen. Nicht zu beziffern ist im Gegensatz zum Wasserschaden nämlich der Imageschaden. Ohnehin ist der BND bereits seit Jahrzehnten immer wieder eine Lachnummer . Jetzt wo klar ist, dass der Dienst auch mit der Überwachung seiner eigenen Baustelle überfordert ist, ist nur noch ein Ausspruch sinnstiftend: BND, läuft bei dir!
berliner-zeitung.de

Prozentrechnung kann der BND. Nicht. Beim Abhören des Internetverkehrs hat sich der Bundesnachrichtendienst an eine Grenze zu halten: Nicht mehr als 20 Prozent der Daten dürfen mitgeschnitten werden. Das haben die Jungs*innen aus Pullach schon allein dadurch ausgehebelt, dass sie von der Maximalkapazität der Leitungen ausgehen und nicht etwa vom tatsächlichen Datenverkehr. Aber selbst das reichte ihnen nicht, denn der ach so geheime Geheimdienst hat sich auch noch mit der Hand in der Keksdose erwischen lassen. Also: Prozentrechnen kann der BND nicht, im Geheimen gegen Gesetze verstoßen auch nicht.
netzpolitik.org

Quellen sauber führen? Nicht beim BND : Man muss sich nicht einmal wirklich Mühe geben um Beispiele für die Unfähigkeit des BND zu finden. So hat der Nachrichtendienst einen türkischen Terroristen aus dem linken Spektrum als V-Mann geführt, seine Tätigkeit mitfinanziert, ihn vor einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes bewahrt und zum Schutz des Mitarbeiters die Arbeit anderer Dienststellen (wie etwa dem BKA) behindert. Die finden das selbstredend überhaupt nicht lustig und halten das Vorgehen für riskant oder sogar schädlich. Fazit: Geheimdienstarbeit kann der BND anscheinend auch nicht.
sueddeutsche.de

Zusammenarbeit mit den Briten kann der BND auch nicht: Das GCHQ, britischer Nachrichtendienst, versucht mit allen Mitteln Enthüllungen im NSA Untersuchungsausschuss zu verhindern. Um das zu erreichen drohen sie sogar damit, die Zusammenarbeit mit dem BND zu beenden. Der deutsche Dienst kann folglich kein so wirklich wichtiger strategischer Partner sein. Und in Anbetracht der Tatsache, was schon so alles über den britischen Dienst bekannt ist, wäre es eher eine Verbesserung für den BND, nicht mit dem GCHQ zusammenzuarbeiten. In diesem Sinne: gfoad, GCHQ!
sueddeutsche.de
Land of the Freak *: Dass die USA den Export von Kryptographie reglementierte, um sichere Kommunikation außerhalb der USA zu erschweren, weiß heute kaum noch jemand. Damals musste man sich beim Download fast jeder Software entscheiden, ob man lieber log und die Amerikanern vorbehaltene Version mit stärkerer Verschlüsselung wählte oder die Schmalspur-Export-Version mit 56-Bit-Verschlüsselung. Das alles ist in Vergessenheit geraten, aber die schmalbrüstigen Exportchiffren sind nach wie vor in unseren Browsern enthalten. Und weil TLS (entscheidender Bestandteil von SSL, dem Verschlüsselungssystem in unseren Browsern) architektonisch eher einem Kartenhaus als einem Banktresor gleicht, kann man das wunderbar exploiten. Man gaukelt einem Server vor, der Client könne nur die schäbigen Exportchiffren von anno dazumal und schon hat man Cryptotexte, die mit heutigen Computern in kürzester Zeit geknackt werden können. Bravo! Einmal mit Profis arbeiten. Die Verantwortlichen werden bestimmt bald vom BND rekrutiert.
heise.de
* Now playing: King Khan and The Shrines - Land of the Freak

Unsichere Zeiten : Man sollte meinen, es sei heute problemlos möglich, Sicherheit von IT-Systemen und Daten zu gewährleisten. Aber Fehlanzeige. Tatsächlich wird die IT-Welt da draußen immer unsicherer. Schuld sind auch die Geheimdienste, die Sicherheitslücken in Systeme einbauen, die unsere Leben oder unsere Daten (was schlimmer ist, entscheidet der Nerd in dir) schützen sollen.
spon.de

Noller die Waldfee : In der Sitzung des Bundestagsausschusses Digitale Agenda waren gleich mehrere D64-Mitglieder vertreten. Mal schauen ob es klappt, das leidige LSR-Thema endlich zu beerdigen.
bundestag.de

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Das ist zwar kein speziell netzpolitisches Thema, aber da viele Menschen den Ticker bei der Arbeit (natürlich nicht während der Arbeitszeit!) lesen, scheint es uns Schreiberlingen dennoch relevant zu sein. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist absolut nicht tolerierbar und das Interview mit Anne Wizorek stößt uns sauer auf. Lesen, nachdenken und spätestens ab jetzt nicht mehr tolerieren.
spiegel.de
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Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt: Im Rahmen der aktuellen Wettbewerbsrunde sucht die Initiative "Deutschland – Land der Ideen" aus allen Lebensbereichen Innovationen, die Digitalisierung und Vernetzung vorantreiben sowie deren Potenziale erkennen, nutzen und gestalten. Gefragt sind zukunftsweisende Ideen, die zeigen, wie die nachhaltige Gestaltung einer digital vernetzten Welt aussehen kann. Bis zum 15. März kannst Du Dich bewerben.
land-der-Ideen.de

Jugendpreis "My Digital World" 2015
Unter dem Motto "Sicher im Netz? Mach mit!" ruft der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. zur Teilnahme am Jugendwettbewerb "My Digital World" auf. Unter mydigitalworld.org können junge Menschen zwischen 13 und 21 Jahren bis zum 31. März 2015 zeigen, wie sie ihre digitale Welt ein Stück sicherer machen. Und dabei tolle Preise gewinnen.
Die Prämierung findet im Juni 2015 in Berlin statt, bei der die Preisträger ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen können und vom Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière persönlich ausgezeichnet werden.
Mehr unter: mydigitalworld.org , facebook.com , youtube.com


Termine

Hinweis: Wir haben die Quoten von Speakerinnen und Speakern der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstalter*innen veröffentlichten Programme oder Speaker*innen-Listen. Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet .
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