In unseren netzpolitischen Themen des Tages geht es heute um journalistische Angebote und New Finance On The Block.
Von Journalistic Intelligence zu Artificial Intelligence:
D
ie Nachrichtenagentur Reuters wird nach einer intensiven Testphase KI-Technologien für die tägliche Redaktionsarbeit einsetzen. Das System mit dem Namen Lynx Insight soll nicht bei der Analyse der Auswirkungen des starken Kaffeekonsums auf die Konzentrationsfähigkeit der Journalisten unterstützen, sondern bei der Auswertung von Daten. So könnten bestimmte Signale, wie z.B. Kursschwankungen an der Börse nicht nur zu Push-Notifications an die Journalisten führen, sondern gleich erste Fakten mitliefern und so den schnellen Einstieg in die Materie gewährleisten. Den Instinkt, daraus eine Geschichte zu machen, bleibt dann aber (noch) eine höchst menschliche Kernkompetenz.
Wired
Von Netzneutralität zu Zero-Rating:
Nicht alles was kann, muss. Nicht alles was darf, soll. Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur, den Service StreamOn der Telekom grundsätzlich für zulässig zu halten, prüft die ARD derzeit an verschiedenen Zero-Rating-Modellen teilzunehmen. Das widerspricht einem
Positionspapier
zur Sicherung der Netzneutralität, dass ARD und ZDF noch 2015 verfasst und veröffentlicht hatten. Der Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit mag nun zu dieser Neubewertung geführt haben. Auch wenn diese Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, ist das Signal der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe zum Thema Netzneutralität nicht mehr ganz so neutral.
netpolitik.org
Von neu zu nochmal neu:
Kaum ist das NetzDG im Einsatz, denkt man bereits über eine Anpassung nach. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollte Betreiber von Plattformen wie Facebook und Twitter dazu zwingen, verstärkt gegen Hass- und "offenkundig rechtswidrige" Kommentare vorzugehen. Nun tritt jedoch ein, was Kritiker von Anfang an befürchteten: Facebook und Co schießen aus Angst vor Sanktionen weit über das Ziel hinaus und löschen teilweise auch vollkommen legitime Äußerungen ihrer Nutzer. Keine guten Voraussetzungen für Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung. Politiker aus CDU und SPD verkünden bereits mit der Neuauflage der Großen Koalition werde es auch zu einer Neuauflage des NetzDG kommen.
Reuters
Von Block zu Block:
Weltweit haben sich Banken und Finanzdienstleister beim Thema Bitcoin, Etherum (und und und) sehr zurückgehalten. Währung hin oder her, die Blockchaintechnologie könnte für Banken in puncto Datensicherheit und beim Abbau bürokratischer Prozesse eine interessante Lösung darstellen. Das Interesse in den Instituten scheint laut Handelblatt zumindest sehr groß zu sein. Denn bisher stand das SXSW nicht unbedingt auf der Dienstreiseliste von Topmanagern der großen Finanzhäuser. In der diesjährigen Ausgabe des größten Technologiefestivals hingegen würden Techies und Bänker wohl relativ viel ins Gespräch kommen. Zeit wirds, denn Blockchain und die Finanzwelt sind nicht erst seit gestern miteinander eng verbunden.
handelsblatt.
com
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