Ich bin ja schon ein großer Fan vom demokratischen Prinzip "Macht auf Zeit". Aber muss das zwangsläufig bedeuten, Digitalisierung immer wieder von vorne erklären zu müssen? Dies ist die Geschichte von einem Ticker, der krampfhaft versucht nicht zu oberlehrerhaft daher zu kommen – und dabei jämmerlich versagt.
Das Murmeltier: Offenlegung von Algorithmen
Wir sind also einmal wieder beim Offenlegen der Algorithmen angelangt. Die bedrohen ja gerade mal wieder die Demokratie. Und weil da ja laut Katharina Barley der Facebookprogrammierer reingeschrieben hat, dass alle Menschen mit Übergewicht Werbung vom Fitnessstudio um die Ecke angeboten bekommen. Und dass der das da einfach so reinschreibt geht ja nun mal gar nicht. Liebe Mitglieder der Bundesregierung, dann gründet mal schön Euer deutsch-französisches Zentrum für Künstliche Intelligenz und sprecht zugleich von der Offenlegung von den bösen Algorithmen. Aufgeklärte Netzpolitik 2018? Läuft.
spiegel.de
Antithese I: Wirkweise von Algorithmen erforschen bedeutet mehr Datenweitergabe – nicht weniger
Die Wahrheit ist ja eben, dass weder der Facebookprogrammierer jemals so eine Regel in diese ominösen Algorithmen reingeschrieben hat, noch, dass Informatiker, geschweige denn Politiker mit diesen auch nur irgendetwas anfangen könnten. Daher muss es der Politik sinnvoller Weise um die Wirkweise des Codes gehen – und die muss erforscht werden. Paradoxer Weise geht das wieder nur mit möglichst vielen Daten, die – natürlich an die richtigen Einrichtungen – weitergegeben werden müssten. Daten sind also wenn dann nicht nur der Ursprung allen Übels sondern zugleich auch die Lösung.
netzpiloten.de
Antithese II: Marktmacht im Digitalen bekämpfen bedeutet Daten teilen – nicht horten
Die Abschottung der Datensilos der großen IT-Konzerne ist laut Thomas Ramge und Viktor Mayer auch der Grund für deren Marktmacht. Da die Politik diese ja bekämpfen will, müssen sie also dazu gebracht werden ihre Daten zu teilen und die beiden nennen das mal flink "Datensteuer". Spannende These, die unser Datenschutzrecht allerdings mal schnell auf den Kopf stellt und daher auch so gar nicht in das deutsche Verständnis vom Umgang mit Daten passen will.
f
az.net
Noch was Schönes zum Schluss: KI sorgt für reife Papayas
Künstliche Intelligenz kann nun besser als ein Mensch erkennen, ob eine Papaya bereits reif ist. Damit hilft die KI auf Basis eines Bildes dabei zu entscheiden, ob die Papaya direkt vor Ort verkauft oder sie besser zur weiteren Reifung nach Übersee verschifft werden sollte. Diese positive Meldung wird übrigens vom International Tropical Fruits Network präsentiert. Die schafft es damit auch gleich auf Platz zwei meiner Lieblingsdachverbände, natürlich weiterhin ungeschlagen von der World Instant Noodle Association. So oder so: Guten Appetit!
itfnet.org
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