Der D64-Ticker liefert den netzpolitischen Überblick. Täglich.
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Der Ticker ist heute ein Gemeinschaftswerk!

Bye-bye 2018

Liebe Leserinnen und Leser des D64-Tickers,

2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr für D64. Wie auch schon in den vergangenen Jahren sorgt unsere ehrenamtliche Tickerredaktion dafür, dass jeden Werktag die wichtigsten Infos  (häufig gewürzt mit persönlicher Note) in eurem Postfach erscheinen. Im Namen des gesamten Vereins möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Redakteurinnen und Redakteuren bedanken!

Aber es passierte noch mehr in 2018: Wir haben als D64 u. a. mit unserem Grundwertepapier zur Künstlichen Intelligenz Akzente in der Debatte gesetzt, die von anderen bisher vernachlässigt wurden. Statt den Fokus auf einzelne Sektoren zu lenken, die durch KI betroffen sind, wollen wir die grundsätzlichen Fragen betrachten. Das ist schon so in unserem Mission Statement des Vereins verankert: "Als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung fungieren dabei die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu aktualisieren gilt."

Dem wollen wir auch 2019 gerecht werden. Mehr denn je! Auf unserer Klausurtagung im November haben wir uns für das kommende Jahr viele Ziele gesetzt. So viele Arbeitsgruppen wie noch nie haben die Arbeit aufgenommen. Ab Januar wird uns außerdem Fabian Masarwa als angestellter Mitarbeiter unterstützen.

Die Digitalisierung ist keine Aufgabe für einen Nebensatz. Es geht um das große Ganze. Mach mit bei D64 und bring die Debatte voran!
Auf ein gesundes, erfolgreiches und spannendes 2019!
Euer D64-Vorstand
Henning, Laura, Dejan, Lena und Ralf
Ticker mal anders: UnsereTickerredakteurInnen haben ihre eigenes "digitales Thema", dass sie oder ihn 2018 am meisten bewegt, beschäftigt, überrascht oder aufgeregt hat. Für den letzten Ticker im Jahr haben wir daher zusammengelegt. Et voilà, die ganz persönlichen Lieblings/Hassthemen der Tickerredaktion :
Please don't be evil, algorithm - von @stadtnomadin
Anfang der 2000er Jahre befasste sich ein Kollege intensiv mit dem Thema Maschinenethik und wurde dafür gerne mal belächelt. Jetzt lacht niemand mehr, denn in diesem Jahr stand Algorithmenethik bei vielen grossen Digitalunternehmen hoch auf der Agenda: Facebook, Google oder Microsoft haben sich selbst Ethikrichtlinien für die Entwicklung und den Einsatz von KI gegeben und eigene Ethik-Teams gegründe t. Das ist erstmal eine gute Nachricht. Auf den zweiten Blick bleiben viele Fragen unbeantwortet: Wer sitzt eigentlich in diesen Ethik-Boards und was machen die dort genau ? Und haben schwammig formulierte Richtlinien tatsächlich einen nennenswerten Einfluss auf Unternehmensentscheidungen oder geht alles weiter wie vorher, nur jetzt mit "grünem Ethikanstrich"?
Zum Glück erkennt auch die Politik, dass künstliche Intelligenz nur zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen kann, wenn bestimmte ethische Leitplanken existieren. Emmanuel Macron kündigte im Frühjahr eine große KI-Initiative an und Überlegungen sind ein Schlüsselthema der französischen KI-Strategie und jetzt im Dezember veröffentlichte die EU Kommission den ersten Entwurf der Ethikrichtlinien für künstliche Intelligenz . Das neue Jahr wird in diesem Feld neue Orientierung bringen. Nicht, weil künstliche Intelligenz noch mehr in Mode gerät, sondern weil immer mehr Menschen feststellen, dass wir seit geraumer Zeit auf einer Reise mit ungewisser Orientierung sind.

Digitaler Kapitalismus: When will the shit hit the fan? - von @akaer
Timo Daums vielbeachtetes Buch "Das Kapital sind wir" (zuletzt von der Friedrich Ebert Stiftung zum politischen Buch des Jahres 2018 erklärt) hat die Diskussion über das Thema digitale Ökonomie auf eine neue Ebene gehoben: Seine provokanten Aussagen, dass die Digitalwirtschaft im Grunde planlos sei und dass Daten öffentlich reguliert gehören, wurden vielfach aufgegriffen. Einen interessanten Beitrag zur Debatte gab es unter anderem von Michael Seemann, der im Deutschlandfunk darüber sinnierte, wie der Digitalkapitalismus von der Verknappung immaterieller Güter lebt. Zur Durchmischung von Finanzkapitalismus und technologischem Kapitalismus und dazu, warum der werbefinanzierte Digitalkapitalismus eine Illusion ist, für die wir am Ende alle zahlen werden, hat Evgeny Morozov bereits im November 2017 viel Schlaues gesagt. Unter anderem, dass wir dringend eine breitere (auch historische) Perspektive und Analyse brauchen, um den Digitalkapitalismus wirklich zu verstehen und (vielleicht) positiv zu gestalten. Dass sich mit dieser größeren Frage die Sozialforschung , Medienforschung oder politikwissenschaftliche Blätter beschäftigen, die Wirtschaftswissenschaften aber eher auf Datenmärkten herumreiten, ist bedenklich.

Eigentlich sollte ich Facebook verlassen - von @plmarten
Eine alte Medienweisheit lautet: There is no such thing as bad publicity. Facebook hat in diesem Jahr das Gegenteil bewiesen. Kaum zu glauben, dass der Cambridge Analytica-Skandal erst im März 2018 öffentlich wurde ( New York Times ). Zwar entschuldigte sich Mark Zuckerberg pflichtbewusst in den USA ( Heise ) und vor dem EU-Parlament ( Zeit Online ), klare Antworten gab er jedoch nicht. Diese lieferten andere: Nicht nur gab es zahlreiche weitere Datenskandale und -lecks unter anderem im Juni ( NY Times & Heise ), September ( Netzpolitik.org ), Oktober ( Heise ) und Dezember ( Spiegel Online & NY Times ). Der UN Menschenrechtsrat gibt Facebook zudem eine Mitschuld an den Gewaltexzessen gegen Rohingya-Minderheiten in Myanmar (März). Techcrunch berichtete, wie Zuckerberg heimlich private Nachrichten löschen ließ (April). Apple verlangt laut Cnet die Zurücknahme der "Sicherheits-App" Onavo vom AppStore (August). Der WhatsApp-Gründer Brian Acton erklärt in einem Interview mit Forbes , dass Facebook ihn dafür trainierte gegenüber der Europäischen Kommission die Möglichkeit einer Datensymbiose runterzuspielen (September). Um all dem entgegen zu treten, sollte eine PR-Firma Facebook-Kritiker in Misskredit bringen. Laut Deutscher Welle wusste Zuckerberg davon angeblich nichts (November). Außerdem sollten Fact-Checker helfen. Diese wurden laut Guardian jedoch nicht wirklich Ernst genommen. Und richtig erfoglreich waren sie laut Buzzfeed ebenso wenig (Dezember). In Summe: Facebook nimmt offensichtlich seine Verantwortung nicht wahr. Leider erfüllt das Netzwerk immer noch eine zentrale Funktion: Mit seinen Freunden in Kontakt bleiben. Da macht es keinen Unterschied, ob ich zu Instagram oder WhatsApp gehe - der Megakonzern sammelt die Daten auch dort. Deshalb braucht es tatsächlich mehr Regulierung. Und eine konsequente Durchsetzung der DSGVO-Richtlinien.

DSGVO: Rien ne va plus – Nichts geht mehr - von @schoemi
Das war bei vielen die Gemütslage vor dem Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung . Alles schien unfassbar kompliziert zu werden und manch einer wähnte sich schon mit einem sprichwörtlichen Bein im Deutschen Justizvollzug. Andere wiederum witterten das ganz große Geschäft, nämlich das mit der Angst. Also das, was sowieso immer funktioniert. Das lag unter anderem auch daran, dass die Einführung der DSGVO ein Paradebeispiel für das Parkinsonsche Gesetz zur Dauer der Arbeit war.
Dabei hatten viele versucht Alles richtig zu machen. Es mangelte eigentlich kaum an grundlegender Information, in vielen Bereichen aber auch an konkreten Empfehlungen und Risikobewertungen. Zum Glück ist die prophezeite Abmahnwelle ausgeblieben , gestritten wird allerdings gerade intensiv wer wen überhaupt weswegen abmahnen darf. Viele Fragen sind auch nach dem 25. Mai offen geblieben. Nach einem guten halben Jahr ist die Zahl der gemeldeten Datenschutzverstöße allerdings auch deutlich gestiegen. Über 45.000 Beschwerden wurden gemeldet, ein Drittel davon aus Deutschland. Daneben gab es über 19.000 Selbstmeldungen. Interessant ist auch, dass noch im Oktober 44% der deutschen Unternehmen noch offene Baustellen haben.
Der digitale Fortschritt braucht Deine Unterstützung!
Der D64-Ticker ist ein nicht-kommerzielles Angebot, den wir jeden Tag ehrenamtlich verfassen. Wenn unsere Impulse zu Themen wie VDS, Breitbandausbau, innovativer Start-Up-Förderung oder Datenpolitik für Dich wertvoll sind, kannst Du uns hier unterstützen.


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Termine

Hinweis : Wir haben die Quoten von Vortragenden der Veranstaltungen manuell gezählt. Basis dafür sind die von den Veranstaltenden veröffentlichten Programme oder Speakenden-Listen. Wir zählen pro Veranstaltung jeden Kopf genau einmal, also auch dann nur einmal, wenn dieselbe Person mehrfach spricht. Details dazu findet Ihr in diesem Spreadsheet .
@d64eV
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