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Der Ticker kommt heute von @Pausanias

Enduring Freedom: Zwanzig Jahre

Es fällt schwer, einen rein digitalpolitischen Newsletter zu schreiben, wenn sich die Ereignisse in Afghanistan überschlagen. Nach den Beschlüssen des Bundestages vom 16.11.2001 und vom 22.12.2001 stand fest, dass sich auch Deutschland am Einsatz am Hindukusch beteiligen würde . Nun, rund zwanzig Jahre später, erscheinen alle Einsätze vergebens. Die Taliban haben inzwischen den Präsidentenpalast in Kabul übernommen . Es ist eine Tragödie, der wir zur Stunde nur tatenlos zusehen können. Und abermals werden besonders Frauen in Afghanistan betroffen sein und abermals werden sie keine Lobby haben, die sich zählbar für sie einsetzt . Mein Herz zerbricht.
Einfach nur hier sitzen: Darf man, während die Welt zusammenbricht in Feuer, Überschwemmungen und Krieg, seine Zeit mit einem Computerspiel verschwenden, in dem es um Herumsitzen geht? Müssen wir uns nicht, wie Stéphane Hessel es gefordert hat, empören? Und wenn wir einfach nicht mehr können zwischendurch? Sollten wir dann nicht bis morgen einfach nur hier sitzen, bis wir wieder Kraft geschöpft haben, um uns dann empört zurückzumelden? Und retten wir dann die Frauen von Afghanistan? (Natürlich nicht, denn das ist nicht unsere Aufgabe. Es ist niemandes Aufgabe, die Frauen von Afghanistan zu retten.)
wired.com

Twitter: Der Kurznachrichtendienst Twitter (#scnr) hat sein Verification Program, also die Vergabe des blauen Hakens, ausgesetzt, nachdem dieser fälschlich Fakeaccounts verliehen worden ist. (Hilft das den Frauen von Afghanistan? Natürlich nicht, denn es ist nicht die Aufgabe von Twitter, den Frauen von Afghanistan zu helfen. Es ist niemandes Aufgabe, den Frauen von Afghanistan zu helfen.)
theverge.com
"Wer hat die Bürgerkriege angezettelt? Die Männer. Wer hat an den Friedensgesprächen in Bonn teilgenommen? Die Männer. Wer hat danach die Macht an sich gerissen? Die Männer. Wer sind die Taliban? Männer. Jetzt, wo es um die Friedensgespräche geht, wer sitzt dort und verhandelt? Die Männer. Amerikanische Männer, afghanische Männer. Männer, Männer Männer, Männer."

Die Journalistin Farahnaz Forotan hat da einen Punkt, aber sie ist eine Frau. Hört jemand einer Frau zum Afghanistan-Konflikt zu? Natürlich nicht, denn es ist niemandes Aufgabe, einer Frau zum Afghanistan-Konflikt zuzuhören.
Android 12: Das nächste große Release von Android steht unmittelbar bevor. Was ist neu und welcher Geräte kriegen es? Kann es die Frauen von Afghanistan retten? (Natürlich nicht, denn das ist ja nicht seine Aufgabe. Es ist niemandes Aufgabe, die Frauen von Afghanistan zu retten.)
t3n.de

25 Jahre Smartphone: Mit dem Nokia 9000 Communicator ist vor 25 Jahren sowas ähnliches wie das erste Smartphone auf den Markt gekommen. Hat das den Frauen von Afghanistan geholfen? (Natürlich nicht, denn es ist niemandes Aufgabe, den Frauen von Afghanistan zu helfen.)
heise.de
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